Grenzgänger mit hohem Anspruch - Die "Kulturbrücke Fratres" wurde für ihre Bemühungen um Völkerverständigung ausgezeichnet. Kardinal Franz König, Tschechiens Präsident Vaclav Havel und Botschafter Jiri Grusa, Schriftsteller wie Milo Dor oder Ilse Aichinger - alle waren sie bereits zu Gast in dem 28-Einwohner-Dorf im nördlichen Waldviertel direkt an der tschechischen Grenze. Die Liste derer, die bei den Veranstaltungen der "Kulturbrücke Fratres" zu Gast waren, liest sich wie ein Who is Who von Prominenz aus Politik, Kunst und Kultur in Österreich und Tschechien. Gegründet wurde die "Kulturbrücke" im Jahr 1996. Auf österreichischer Seite ist der Gutshof in Fratres Schauplatz der Veranstaltungen, auf tschechischer Seite ist es das Galeriehaus in Zlabings (Slavonice), Sie bilden den Rahmen für die mittlerweile 150 Veranstaltungen mit Ausstellungen bildender Künstler, Lesungen, Theater und Konzerten.(.) Für ihre Arbeit erhielt die "Kulturbrücke" nun vom Comenius-Museum in Prag die "Comenius-Medaille für Verdienste um die europäische Völkerverständigung". Exemplarisch für die Arbeit des Vereins: Die Veranstaltung "Grenzgehen zwischen Kulturen" 100 Tage nach der Eu-Erweiterung. Zu Gast war der tschechische Musiker Vladimir Merta. Merta, in seiner Heimat eine Berühmtheit, hatte die Charta 77 unterzeichnet und war anschließend Repressalien ausgesetzt. Anna Mitgutsch, eine Größe der heimischen Literatur, glaubt daran, daß Kultur Brücken schlagen kann. (.) Die EU sei ein abstraktes Gebilde, nur im Kleinräumigen und in der Kultur könne sie aber wachsen. Was ist für den Verein Erfolg? "Wenn wir ein volles Haus haben und uns auch viele Gäste aus Tschechien besuchen", so Schwendinger. "Wenn man Menschen aus verschiedenen kulturellen Zusammenhängen durch die Künste zusammenführen kann und sich ein Austausch ergibt", meint Coreth. DIE PRESSE
Anna Mitgutsch las, Peter Coreth erhielt Europa-Preis Eine vielschichtige Veranstaltung mit thematischen Querverbindungen fand (.) in Fratres statt. Im Gutshof der Kulturbrücke las Anna Mitgutsch Auszüge aus fünf Romanen, mit denen sich die österreichische Schriftstellerin in die vorderste Reihe deutschsprachiger Autoren geschrieben hat. Zentrales Motiv ihrer Bücher ist das Grenzgehen zwischen Kulturen. (.) Das anschließende "Kerzenlicht-Konzert bestritten zwei Musiker-Persönlichkeiten, die in Tschechien einen legendären Ruf besitzen: Vladimir Merta war einst als Protest-Sänger und Unterzeichner der "Charta 77" eine Symbolfigur der verbotenen Oppositionsbewegung. Mertas kongeniale Bühnenpartnerin Jana Lewitova ist gleichfalls eine Spezialistin für frühe Musik. (.) Nach einer berührenden, persönlich gehaltenen Einführung von Elisabeth Schwabe sangen und spielten die beiden Musiker neben alten mährischen und slowakischen Volksliedern vor einem begeisterten Publikum auch die sephardischen Lieder. (.) Zuvor war in Slavonice und Fratres die Carl-Orff-Woche mit 85 Teilnehmern aus 9 Nationen zu Ende gegangen. Der Gründer und Programmchef der Kulturbrücke, Peter Coreth, erhielt aus den Händen des Direktors des Prager Comenius-Museums, Ludovit Emanuel, die Comenius-Plakette für Verdienste um die europäische Völkerverständigung. NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Die Brückenbauer - Peter Coreth und Roger Schwendinger - Visionäre in Sachen Kultur Programmchef Peter Coreth hat in dem international erfahrenen Wirtschaftsfachmann Roger Schwendinger seinen kongenialen Partner gefunden. Die Kulturbrücke entwickelt sich immer mehr zu einem geistigen Umschlagplatz von überregionaler Bedeutung. (.) Auf den Vortragslisten finden sich immer wieder klingende Namen, unter anderen Kardinal König, Vaclav Havel , Ilse Aichinger und Robert Menasse oder der Vater der Pille, Carl Djerassi, um nur einige zu nennen. (.) Steht Peter Coreth als Initiator und programmatischer Kopf des Unternehmens meistens im Blickpunkt der Öffentlichkeit, würde es aber die Kulturbrücke ohne ihren Geschäftsführer nicht mehr geben. Roger Schwendinger setzt das Konzept des träumerischen Gutsherrn ohne jegliche finanzielle Abgeltung in die Praxis um. (.) Dank seines Einsatzes hat sich die Kulturbrücke(.)zu einem(.)anerkannten und geförderten Projekt entwickelt. Man kann Peter Coreth nur wünschen, daß ihm Roger Schwendinger (.) noch lange als Mitstreiter für seine Ideen erhalten bleibt. DER WALDVIERTLER
Die Welt in Fratres Mit Carl Djerassi hatte die Kulturbrücke am 28. August einen Mann von Weltgeltung zu Gast. (.) Djerassi, Autor von Romanen und Theaterstücken sowie Inhaber der größten Paul-Klee-Sammlung der Welt, erlangte vor allem als Erfinder der "Pille" weltweite Berühmtheit. (.) Drei Experten setzten sich in einem Podiumsgespräch mit dem vielfältigen Schaffen des prominenten Gastes auseinander. (.) Zum Abschluß des Tages wurde das Djerassi-Stück "Unbefleckt" im Gutshof in Fratres in einer Inszenierung von Isabella Gregor (Berlin) aufgeführt. (.) Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Max-Weiler-Ausstellung abgeschlossen, die erstmals in Österreich den "Meister-Eckhart-Zyklus" zeigte. NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Fratres feierte die EU- mit einer Horizonterweiterung Fratres ist nicht bekannt für seine Gasthäuser, die Eisenbahnstation, den Greißler, seinen Bürgermeister oder den Fußballverein. Das alles gibt es in dem Weiler an der tschechischen Grenze nämlich nicht. 28 Einwohner halten am oberen Zipfel Österreichs tapfer die Stellung. Seit dem 1. Mai ist der gleichnamige Grenzübergang ins benachbarte Slavonice (Zlabings) ein bisschen mehr Übergang und ein bisschen weniger Grenze geworden. Gefeiert hat man in Fratres dennoch - und das auf eine ungewöhnliche Art und Weise an einem wahrlich nicht alltäglichen Ort. Mit Kammermusik und Lesungen statt Feuerwerk und Jubelgesänge wurde im "Museum Humanum" die EU- mit einer Horizonterweiterung zelebriert. (…) Exakt dieses Datum bedeutete auch die 100. Wiederkehr des Todestages von Antonin Dvorak. (…) Einen literarischen Hochgenuß steuerte Milo Dor im Rahmen einer Lesung bei. Fratres wird auch nach der EU-Erweiterung ein winziges Dorf in Randlage bleiben - in Ruhe gelassen, still und ursprünglich. Und das ist auch gut so, glaubt man den Worten von Peter Coreth. Auf Massenpublikum, Besucherströme und Hotels kann er getrost verzichten: "Keine Sorge, das würde ich zu verhindern wissen", lacht er . Und denkt schon wieder an die nächste Veranstaltung auf seinem Gutshof: Das Friedrich Nietzsche-Symposion… AUSTRIA PRESSE AGENTUR (APA)
Vaclav Havel im Galeriehaus der Kulturbrücke zu Gast Die "Kulturbrücke Fratres veranstaltet grenzüberschreitende Ausstellungen, Symposien und Workshops und arbeitet an einer Vernetzung kultureller Aktivitäten aus beiden Ländern. Mit der Eröffnung des "Museum Humanum" der "Sammlung Peter Coreth" wurde ein neuartiger Galerie-Typus geschaffen, der alte und moderne Kunstwerke nach Motivgruppen präsentiert, um im Vergleich mehrerer Kulturen Entwicklungslinien zu verdeutlichen. - Präsident Vaclav Havel würdigte die Bemühungen um den Aufbau einer neuen Nachbarschaft nach den Jahrzehnten der Trennung. NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Kultureller Brückenschlag - Peter Coreth und seine Kulturprojekte Wenn der Schriftsteller Peter Coreth aus dem Alltag seines Vereins "Kulturbrücke Fratres" berichtet, klingt das nach zäher Knochenarbeit, nach langen Auseinandersetzungen mit sturen Bürokraten…Grenzüberschreitende Kulturarbeit ist, laut Coreth, eine Lebensaufgabe. Vor zehn Jahren hat der 55-Jährige einen alten Gutshof in Fratres zum Museums- und Veranstaltungslokal umgebaut. Im Sommer finden hier Lesungen, Konzerte, Workshops und Präsentationen interkultureller Projekte statt. (…) Für seine Kulturvisionen hat sich Coreth schon eine anonyme Morddrohung eingehandelt. DER STANDARD
Besucher aus Tibet - Würdenträger sieht viele Gemeinsamkeiten Hohe Würdenträger des tibetischen Buddhismus besuchten kürzlich das neu eröffnete "Museum Humanum".(…) Auf ihrer Reise durch Osteuropa machten sie einen Abstecher nach Fratres, um die Tibetika der "Sammlung Peter Coreth" zu besichtigen. Die drei rotgewandeten Ordensleute, die im Exil leben, wurden vor dem Museum nach traditionell tibetischem Brauch mit weißen Seidenschärpen begrüßt. Zum Abschied hob der tibetische Philosoph Gonsar Tulku Rinpoche die Bedeutung eines Dialogs zwischen den Religionen hervor und meinte, daß an einem Ort wie Fratres, über alle Unterschiede hinweg, fundamentale Gemeinsamkeiten im religiösen Streben der Menschen erlebbar würden. NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Der Weg über die Grenzen der Versöhnung Trostlosigkeit entlang des Stacheldrahtes prägte früher Niederösterreichs Grenzregion. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist zwar der Zaun verschwunden, aber es existieren immer noch viele Ängste und Vorurteile. (…) Kulturvereine bemühen sich seit Jahren um ein Näherrücken mit dem tschechischen Nachbarn. Peter Coreth gründete 1995 die "Kulturbrücke Fratres": Die Galerien Museum Humanum und das nur zwei Kilometer entfernte Kulturhaus Slavonice arbeiten eng zusammen. Seit 1996 veranstaltet die Kulturbrücke einen Kultursommer mit Lesungen und Ausstellungen vorwiegend österreichischer und tschechischer Künstler. DIE PRESSE
Von Fratres nach Slavonice Der Verein Kulturbrücke Fratres hat ebenfalls im Gutshof sein Domizil aufgeschlagen. Konzerte, Lesungen bekannter Autoren, aber auch Vorträge über Schamanismus finden hier - in der warmen Jahreszeit - statt. Vereinszweck ist, die kulturellen Beziehungen zwischen Österreich und Tschechien zu vertiefen. Brückenkopf in Slavonice ist das Galeriehaus am Hauptplatz, wo ebenfalls kulturelle Veranstaltungen geboten werden. FALTER
Literatur-Star Menasse zu Gast in Fratres Mit dem Literaten Robert Menasse stellte sich einer der wichtigsten Autoren der österreichischen Literaturszene zu einer Lesung in Fratres ein. (…) Viel Beachtung fand auch ein Land-Art-Projekt von Ivan Kafka, das ebenfalls in Fratres präsentiert wurde. 2O.OOO hellgrüne Holzstäbe, ein Muttertagsgeschenk des Biennale-Künstlers an die geschundene Erde - Akupunkturnadeln zu ihrer Heilung. DER WALDVIERTLER
Wo Tschechien italienisch wirkt - Altes Slavonice als Welterbe Die Stadt - besser ihre Fassaden - hätte sich seit dem 16. Jahrhundert "kaum verändert", betont Karl Schwarzenberg. Sgraffiti mit komplizierten Figuralszenen; Dachgiebel, die an die italienische Renaissance erinnern - und dennoch im tschechischen Slavonice in den Himmel ragen "Ich kenne in Tschechien kaum ein zweites derart geschlossenes Häuserensemble aus dieser Zeit", sagt der ehemalige Prager Staatskanzler (…) und räumt Slavonice , der im 12. Jahrhundert erstmals erwähnten Stadt knapp an der Grenze zum österreichischen Waldviertel, "gute Chancen" ein, in die Unesco-Liste des Welterbes eingetragen zu werden. (…) Die Schau im Wiener Tschechischen Zentrum wurde in Zusammenarbeit mit kulturinteressierten Nachbarn organisiert, dem Verein "Kulturbrücke Fratres". Dessen Mitarbeiter bemühen sich seit 1995, die Grenzen an der Grenze zu überwinden: Musikalisch, literarisch und auf der Ebene der bildenden Kunst und "für ein stärkeres Mitteleuropa", wie Peter Coreth versichert. DER STANDARD
Aus der Ermüdung der nationalen Bürokratien wächst die europäische Integration In seinen Erzählungen ist oft vom Kampf gegen bürokratische Hemmnisse die Rede. Coreth hat jedoch die Erfahrung gemacht, daß stetes Bemühen diese Bastionen zu schleifen beginnt: "Allmählich erleben wir die europäische Integration als Ermüdungserscheinung der nationalen Bürokratien." Schlimmer noch die unbewältigte Vergangenheit: Schmähungen und sogar Attentatsdrohungen musste Coreth hinnehmen, als er auf einer Anhöhe eine gemeinsame Gedenkstätte für die tschechischen Opfer des Nationalsozialismus und die Verbrechen bei den Vertreibungen der Altösterreicher nach dem Zweiten Weltkrieg errichten wollte. FRANKFURTER RUNDSCHAU
Blick in die Steinzeit - "Venus von Fratres" gibt der Forschung Rätsel auf Wie beim "Tag der Architektur" im Juni standen die magischen und mythischen Wurzeln der Künste im Mittelpunkt eines Vortrags-Marathons, den diesmal Professor Walter Leitner vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Innsbruck eröffnete. Professor Leitner kam in seinem Vortrag auch auf das im Original verfügbare Frauenidol der "Sammlung Peter Coreth" (Museum Humanum) zu sprechen. Diese "Steckfigur" aus Sandstein, an der Geologen Pickspuren und andere Merkmale menschlicher Einwirkung festgestellt haben, entspricht dem Kanon der bekannten Venusstatuetten nur teilweise und gibt trotz längerer Untersuchung im Innsbrucker Institut noch immer Rätsel auf. Wer noch Konzentration für einen weiteren Vortrag aufbrachte, wurde vom Wiener Kunstexperten Dr Werner Rappl mit dem Lebenswerk des Sammlers und Gelehrten Aby Warburg bekanntgemacht. NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Programm für Anspruchsvolle Die Gelegenheit, bildende Kunst, Literatur und Musik an einem Programmnachmittag überzeugend präsentiert zu bekommen, ist normalerweise eher selten. Selten, aber nicht unmöglich, denn das Spartenübergreifende ist erklärtes Programm der "Kulturbrücke". (…) Das ambitionierte Kunst- und Kulturprogramm der "Kulturbrücke" in Fratres genügt höchsten Ansprüchen ohne deswegen auf einen elitären Status zu pochen. DER WALDVIERTLER
Mythische Tierbilder Einen Ansturm vorwiegend tschechischer Besucher erlebte die "Kulturbrücke Fratres" bei der Vernissage am 9. Mai. Die bekannte tschechische Künstlerin Isabela Farova, deren Objekte zuletzt in Brüssel und München große Beachtung gefunden hatten, konnte erstmals für eine Ausstellung in Österreich gewonnen werden. In Fratres hat Farova in Annäherung an die wichtigsten Bildthemen des "Museum Humanum" vier Raum-Installationen aufgebaut. (…) Der Kulturverein will durch das Ausstellen zeitgenössischer Werke in Verbindung mit den alten Exponaten des Museums der Sammlung Coreth seinen Besuchern Herkunft und Wandel der Kunstmotive vor Augen führen und dadurch zu einem besseren Verständnis moderner Kunst beitragen, NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Hochkarätiges Kulturprogramm Zur Ausstellungseröffnung seines Freundes Klaus Klingler im Gutshof Fratres war die österreichische Kabarett-Legende Georg Kreisler aus seiner Wahlheimat Basel ins Waldviertel gereist. Der Großmeister des schwarzen Humors und der sarkastischen Lieder, der seine Heimat nur äußerst selten aufsucht, wurde anlässlich seines 8O. Geburtstages in Fratres spontan für sein Lebenswerk geehrt. In seiner Vernissage-Rede gab der Berliner Kulturdezernent Elmar Zorn eine Einführung in das malerische Schaffen Klaus Klinglers. DER WALDVIERTLER
Relative Weltbilder Lotte Ingrisch postulierte ihr zyklisches Weltbild als Denkmodell mit Ewigkeitsanspruch und kritisierte zugleich die materialistische Weltsicht, wonach "das Zentrum unseres Denkens die Wirtschaft" sei. (…) Dem widersprach Barbara Frischmuth, die im Gutshof auch aus ihrem Buch "Die Entschlüsselung" las. "Wir haben die Freiheit zu entscheiden, was wir brauchen. Jene, die den Job verlieren, wenn wir uns keinen Luxus mehr leisten, haben diese Freiheit nicht mehr", so die Autorin. Hausherr Peter Coreth redete schließlich einem "schauenden Bewusstsein" das Wort, das in vielen archaischen Kulturen so etwas wie "die Wahrheit" in sich trug. NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Worte und der Tod - Ilse Aichinger stellte in Fratres ihr jüngstes Buch vor Als "eine der markantesten und radikalsten Dichterpersönlichkeiten unserer Zeit" begrüßte Hausherr Coreth die 81jährige Schriftstellerin Ilse Aichinger. Als Mitglied der legendären "Gruppe 47" schrieb sie gemeinsam mit Autoren wie Heinrich Böll, Günter Grass, Ingeborg Bachmann und Martin Walser Literaturgeschichte. In Fratres las sie aus ihrem aktuellen Werk "Film und Verhängnis". Alexander Steinwendtner präsentierte die Objektserie "Hommage an Ilse Aichinger". Mit der Uraufführung vertonter Texte von Günter Eich durch Wolfgang Mastnak wurde dem Mann von Aichinger, dessen Todestag sich heuer zum 3O. Mal jährt, ein künstlerisches Denkmal gesetzt. Den Abschluß des Aichinger-Schwerpunktes in Fratres stellte die Vorführung eines Filmes von Brita Steinwendtner dar. Motto des eindrucksvollen TV-Porträts: "Schreiben heißt sterben lernen." NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Im Grenzland der Dichtung Daß man sich im Museum Humanum auch mit Gedichten beschäftigt, liegt nahe, denn die Wortmagie zur Bannung unbekannter Mächte zählt zu den ältesten Formen der Kunst. Was mit "normalen" Worten nicht zu vermitteln war, weil es im Grenzbereich menschlicher Erfahrung lag, fand schon in frühesten Zeiten seinen Ausdruck im Gedicht. (…) Benedikt Ledebur, ein Einzelgänger der Literaturszene, las in Fratres Auszüge aus seinem Buch "Poetisches Opfer". (…) Seine schwierigen Gedichte bewegen sich an der Grenze des Mitteilbaren, wo sie ein Feuerwerk aus philosophischen Gedanken, skurrilen Sprachbildern und Wortwitz entfachen. In seinem literarischen Verfahren erblickt der Dichter eine Verwandtschaft mit dem, was der Sammler Peter Coreth im Museum Humanum darzustellen versucht. Auch die Präsentation grundlegender Bildmotive aus verschiedenen Epochen und Kulturen führt dem Betrachter ein Kaleidoskop von Bedeutungen vor Augen, und veranlasst ihn zu eigener Sinnsuche und Standortbestimmung. NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Gelebte Boheme Nach Felix Mitterer konnte Peter Coreth mit Robert Schindel einen weiteren prominenten österreichischen Autor im Gutshof in Fratres begrüßen. Schindel, tags zuvor bei Marcel Reich-Ranicki im "Literarischen Quartett" zu Gast, las in Fratres aus seinen Gedichtbänden und aus seinem Erfolgsroman "Gebürtig". NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Programmhighlights… Schon mit den Programmen der letzten Jahre gelang es den Initiatoren der Kulturbrücke, für die Region einzigartige Events zu veranstalten. Dabei standen nicht nur immer wieder zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Kunst im Mittelpunkt, das Konzept der Veranstaltungen bemühte sich auch um ein möglichst spartenübergreifendes Programm. DER WALDVIERTLER
"Sanktionen waren ein Heimzahlen…" Die gemeinsame Geschichte wird von Historikern unterschiedlich gewertet: Tschechen berufen sich auf die Zensur während des Kommunismus, Österreicher vermuten ein "Heimzahlen" aus historischen Gründen.(…) Der Grenzort Fratres, ein wenige Dutzend Einwohner zählendes Dorf im nördlichen Waldviertel, war am Samstag Schauplatz einer Diskussion zwischen jungen österreichischen und tschechischen Historikern über die gemeinsame Geschichte. Die Geschichtsbilder erwiesen sich dabei als sehr unterschiedlich… DIE PRESSE
Zwischen Brückenschlag und Existenzangst - 1O Jahre offene Grenze "Die Last der Geschichte steht wie ein Berg immer noch zwischen uns", lautet der Befund des Neo-Waldviertlers Peter Coreth zur Befindlichkeit an der tschechisch-österreichischen Grenze. "Ich werde das Gefühl nicht los, daß die Berührungsängste größer geworden sind." Die Öffnung des Grenzübergangs (…) hat Peter Coreth persönlich miterlebt. Der alte Gutshof aus Maria Theresias Zeiten, den er seinerzeit erworben hat, ist mittlerweile zu einer international bekannten Anlaufstelle für Kunst- und Kulturinteressierte aus Mitteleuropa geworden. KURIER
Schikanen statt Brückenschlag Die Idee ist noch heute bestechend: Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gründete sich ein privater Verein, um durch gemeinsame Kulturveranstaltungen mit dem tschechischen Nachbarn auch kulturell Grenzen zu überwinden. Partner fand die "Kulturbrücke Fratres", im nördlichen Waldviertel direkt an der Grenze gelegen, in der nahen Stadt Slavonice. Im dortigen Galeriehaus finden seither regelmäßig gemeinsame Ausstellungen statt. Auch touristisch nahm Slavonice seither einen Aufschwung. Trotz Bemühungen der Kulturvereine diesseits und jenseits der Grenze und nach jahrelanger Aufbauarbeit mit hunderten Veranstaltungen, hat man zunehmend mit Schwierigkeiten zu kämpfen. "Von einer Aufbruchstimmung ist nicht mehr viel zu merken", berichtet Peter Coreth, Initiator der Kulturbrücke in Fratres. (…) In den vergangenen Jahren zerstörten vor allem die Konflikte um das Atomkraftwerk Temelin und die Benes-Dekrete teilweise die mühevolle Aufbauarbeit. DIE PRESSE
Brückenschlag Die "Kulturbrücke Fratres", eine Initiative des "Museum Humanum" von Peter Coreth, spannt heuer wieder einen weiten Bogen an kulturellen Angeboten in der Grenzregion. Das Rekordergebnis von 11.5OO Besuchern im Vorjahr (Galeriehaus und Gutshof mit Museum) hat dem Initiator allerdings so viel mediale Aufmerksamkeit und neue Kontakte beschert, daß die anfallenden Aufgaben mit der alten Organisationsstruktur nicht mehr zu bewältigen sind. (…) Im übrigen ist Margot Klestil-Löffler, Diplomatin und First Lady, neue Ehrenvorsitzende der" Kulturbrücke Fratres". Desgleichen hat Karl Schwarzenberg, ehemaliger Kanzler des tschechischen Präsidenten Vclav Havel, seine Mitwirkung zugesagt. Der diesjährige Programmschwerpunkt ist "Kunst und Archetypen" gewidmet MORGEN
Spiel mit Gegensätzen - Weiblichkeit als Thema In ihrem Vortrag "Entstehung von Symbolen und Mythen" warf die Malerin und Symbolforscherin Gisela Prokop die Frage auf, warum zu bestimmten Zeiten an weit entfernten Orten ähnliche Symbole auftreten, mit denen Menschen ihre Beziehung zur Welt ausdrücken. Gisela Prokop spannte den Bogen von der Höhlenmalerei bis zur abstrakten Bildwelt des frühen 2O. Jahrhunderts. (…) Einen besonderen Beitrag zum Kultursommer leistete die amerikanische Kunstpädagogin Kate Reynolds von der "International Scool of Prague". Gemeinsam mit Univ.-Prof. DDDr.Wolfgang Mastnak´(München) führte sie die Besucher durch das Museum Humanum und machte ihnen Zusammenhänge in der Kunstentwicklung bewusst. Reynolds´Interesse galt dabei vor allem den archetypischen Bildideen und ihrer Interpretation durch C.G.Jung und Mircea Eliade. NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Das Thema "Flucht" in Fratres Jedes Flüchtlingsschicksal kommt einem Umsturz in den Lebensverhältnissen des Betroffenen gleich. Die Kulturbrücke nimmt die Lesung der amerikanischen Autorin Lore Segal zum Anlaß, Flüchtlingsschicksale von einst und jetzt zu thematisieren und das Asylland Österreich auf den Prüfstand zu stellen. DER WALDVIERTLER
Sprache ist Kritik - Saisonstart mit Elfriede Ott, Hans Weigel, Arnulf Neuwirth Elfriede Ott, die große österreichische Kammerschauspielerin, stellte gemeinsam mit Goran Miletic den großen Literaten und Menschen Hans Weigel in Anekdoten und Zitaten vor. Carl Aigner, Direktor des Landesmuseums in St. Pölten, hielt die Laudatio zur Ausstellung von Arnulf Neuwirth. Warum man Weigel und Neuwirth in Fratres zu einer Symbiose verband, ist nachvollziehbar: Beide prägten die Szene der Nachkriegszeit und waren zudem gute Freunde. NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Finale einer spannenden Saison Der Rechtshistoriker und Rechtsphilosoph Univ.-Prof. Hannes Pichler hielt einen mitreißenden Votrag zum Thema des Tages: Menschenrechte und Weltethik. (…) Der zum Teil hitzig geführte Dialog mit dem Publikum fand seine Fortsetzung in einem abendlichen Kamingespräch, an dem auch der international bekannte , aus Österreich stammende Autor und Fernsehgestalter Georg Stefan Troller teilnahm. Bei der Lesung Trollers und der Vorführung von Ausschnitten seiner weltberühmten Dokumentationen entstand vor den Augen und Ohren des Publikums ein Menschenbild, das von Vernunft und Humanität geprägt ist… DER WALDVIERTLER
Wolke der Poesie - Uraufführung / Einem-Oper reüssierte mit dichter Erzählstruktur "Die eiserne Wolke", eine Gottfried-von-Einem-Oper, für die Lotte Ingrisch das Libretto schrieb, sorgte für eine vielumjubelte Uraufführung im Gutshof in Fratres. Die Zeit der Reformation als Endpunkt des finsteren Mittelalters bildet den Ausgangspunkt für eine mystisch-phantastische Reise durch die Zeit. Es ist die dichte Erzähl- und Klangstruktur der Oper, die überrascht. Die Übergänge sind fließend, das Heute findet sich im Gestern wieder, die Welt der Toten mischt sich unter die hektische Betriebsamkeit des Alltags. (…) Eine Uraufführung, die noch lange in den Gehörgängen und Köpfen der Zuhörer nachhallen wird. NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Stars der internationalen Kunst in Fratres - Mekka der Kulturfreaks der Region Auch heuer erwartet den Besucher der Kulturbrücke Fratres wieder ein spannender Mix aus bildender Kunst, Literatur, Musik und Tanz… DER WALDVIERTLER
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