Das war 2025


Der Kultursommer 2025 von Fratres markiert das 30-jährige Gründungsjubiläum des Vereins Kulturbrücke, der seit 1995 an Aufbau und Weiterentwicklung einer neuen Nachbarschaft mit Tschechien sowie an der Herausbildung einer regionalen Identität über Grenzen hinweg tätig ist.

Stand in den Pionierjahren noch die Überwindung der Staatsgrenze im Vordergrund, erhielt die Grenzüberwindung zunehmend einen größeren Bezugsrahmen: Arbeit an einer mitteleuropäischen Identität; historische Aufarbeitung und Erinnerungsarbeit; Vermittlung zwischen unterschiedlichen Historiografien und Werthaltungen; Dialog zwischen Weltbildern und Kulturen; kritische und interdisziplinäre Thematisierung von aktuellen Fragen im Umfeld von Kunst, Kultur und Gesellschaft.


1. Veranstaltung - 5. Juli 2025

Die Hölle von Jachymov 

und die Engel der Skauts

In der Tschechoslowakei gab es jahrelang Arbeitslager, in denen politische Strafgefangene unter lebensgefährlichen Bedingungen Uran fördern mussten. Kuratorin Jana Zoglauer-Vinšová rief bei der Kulturbrücke-Veranstaltung „Die Hölle von Jáchymov“ am 5. Juli die Erinnerung daran wach.

Der Prager Historiker Tomáš Bouška und die Zeitzeugen Jindřich Valenta (90), Jiří Lukšiček (92) und Milan Horáček (79) und der Autor Václav Pavlovec waren dafür nach Fratres gereist. Auch der tschechische Botschafter Jiří Šitler war gekommen.

Von 1949 bis 1961 mussten etwa 70.000 – zumeist politische - Häftlinge Uran in den Bergwerkstollen von Jáchymov abbauen, mit dem die Sowjetunion beliefert wurde. Bei der Arbeit in den Gruben kam es zu Verletzungen und oft tödlichen Erkrankungen durch radioaktive Strahlung. Unter den Gefangenen waren auch Mitglieder der Pfadfinder, zu denen Valenta, Lukšiček und Horáček gehörten. Die kommunistische Partei hatte 1948 die Pfadfinderbewegung verboten, da sie diese als Gefahr für das Regime ansah. Die Buben hielten jedoch weiterhin illegale Treffen ab, überstrichen Plakate der KP mit Kalk, hinderten Busse mit Offizieren an der Fahrt, indem sie die Luft aus den Reifen ließen, stoppten durch Hindernisse einen Zug mit KP-Funktionären. Sie wurden deshalb verhaftet und nach Jáchymov gebracht. Die drei heute betagten Männer Valenta, Lukšiček und Horáček berichteten über die Geschehnisse dort und über das Leben danach. Im Lager verständigten sie sich untereinander so, dass sie Nachrichten im Morse-Alphabet gegen die Wand klopften. Wieder in Freiheit, war ihr Leben alles andere als einfach, sie galten als politisch unzuverlässig und wurden gemieden. Václav Pavlovec erzählte, dass sein Vater Radek im Lager verbotenerweise Radios baute, mit denen die Häftlinge illegal den Sender Radio Free Europe hören konnten. In Fratres war ein solches Orginal-Radio zu sehen.

Das großartige „Orchestr Šarbilach“ unter Dirigent Dominik Svoboda bot Klezmer-Musik, Film-Soundtracks und als Zugabe das berühmte jiddische Lied „Bei mir bistu shein“. 

Text: Monika Freisel, Fotos: © hannes reisinger

2. Veranstaltung - 19. Juli 2025

 100 JAHRE JAZZ IN ÖSTERREICH – von New Orleans nach Fratres

Die Entwicklung des Jazz von seiner Entstehung in den USA bis zu seiner Rezeption im Waldviertel stand im Mittelpunkt der Kulturbrücke-Veranstaltung. Den ebenso informativen wie musikalisch faszinierenden Jazz-Tag hatten Elisabeth Krisch-Kranich und der Obmann des JazzClubs Drosendorf, Hannes Fröhlich, als Kuratoren organisiert und arrangiert. Fröhlich war auch Moderator der Veranstaltung und stellte zudem die Bilder aus dem „Grenzlandzyklus“ des in Wien und Fratres lebenden Malers Ulrich Auinger vor, die bis Anfang September im Veranstaltungssaal ausgestellt sind.

Die Wurzeln des Musikgenres liegen in Afrika. Entstanden ist der Jazz um 1900 in New Orleans, einem Schmelztiegel aus afroamerikanischen Nachkommen von Sklaven und nach Amerika ausgewanderten Europäern. Die 1920er-Jahre waren das „Jazz Age“, die Big Bands um Glenn Miller, Benny Goodman und Count Basie erlangten auch in Österreich Kultstatus. Louis Armstrong und Duke Ellington gelten bis heute als die größten Musiker des Jazz. Von den Nazis, deren Einfluss zunahm, wurde der Jazz strikt abgelehnt. Während des Zweiten Weltkriegs war Jazz verpönt und als „entartet“ bezeichnet. Doch nach 1945 erlangte der Jazz kulturelle Geltung und wurde zum wichtigen Element der Musikszene in Österreich.

Die Musiker Thomas Kugi (Saxophon, Klarinette), Karl Sayer (Kontrabass), Thomas Kramer (Gitarre) und Bertl Mayer (Mundharmonika) untermalten die interessanten Schilderungen mit ausgewählten Stücken aus dem Jazzgenre. Die vier Vollblut-Jazzinterpreten hatten sich speziell für das heuer zu feiernde 30-Jahr-Jubiläum der Kulturbrücke Fratres zu einem „Jubiläums-Quartett“ vereint und spielten in dieser Formation erstmals gemeinsam. Während des Konzerts beschlossen sie spontan, sich – zumindest für diesen speziellen Tag – „The Four Fratres“ zu nennen.

Jazz in all seinen Variationen, wurde von „The Four Fratres“ durch beispielhafte Stücke musikalisch demonstriert, darunter „The Sheik of Araby“ (1921) von Ted Snyder, „Basin Street Blues“ (1928) von Spencer Williams, „Willow, Weep For Me“ im Swingrhythmus (1932) von Ann Ronell, „It Ain't Necessarily So" (1935) von George Gershwin oder „The Cape Verdean Blues“ (1966) von Horace Silver.

Nach frenetischem Applaus für die grandiosen Darbietungen präsentierten die vier Musiker als Zugabe noch den Swing-Klassiker „Take The A-Train“ von Duke Ellington. Die Begeisterung des Publikums ließ die Hoffnung aufkeimen, dass sich das fabelhafte Quartett nicht nur für einen Tag formiert hat, sondern künftig noch viele Male gemeinsam musiziert.

Text: Monika Freisel, Fotos: © hannes reisinger

3. Veranstaltung - 2. August 2025

 SPRACHEN DER MASKEN – MASKEN DER SPRACHE

Kunst und Literatur in Afrika

Die Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Literatur in Afrika waren Thema dieser Kulturbrückeveranstaltung. 

Daniel Romuald Bitouh, der Kurator des Thementages, ist Literaturwissenschafter, Buchautor, Gründer und Leiter von Afrieurotext, eines Wiener Kulturvereins mit entwicklungspolitischen und sozialunternehmerischen Agenden in Österreich und Afrika. Bitouh erläuterte in seinem Vortrag, wie afrikanische Kunst in Texten der afrikanischen Literatur vorkommt und welche Narrative und Vorstellungen über die Entstehung der Welt hinter den Kunstobjekten Afrikas stecken. Die Masken und Skulpturen sind stets eng mit menschlichen Anliegen verwoben, erfüllen gesellschaftliche Funktionen und basieren auf afrikanischen Mythologien. Im Galerieraum des Museum Humanum erklärte Bitouh anhand von ausgestellten Bildern und Textilien den Kontext von Kunst und Erzählungen und deren Wirkung auf das familiäre und gemeinschaftliche Zusammenleben.

Peter Coreth, Gründer der Kulturbrücke und des Museum Humanum, stellte sein kürzlich erschienenes Buch „Maske. Macht. Identität.“ vor, in dem beeindruckende, aus den westafrikanischen Grasslands stammende Objekte der Sammlung Peter Krejsa abgebildet und beschrieben sind. Peter Krejsa hat in Kamerun bedeutende humanitäre Initiativen wie sauberes Wasser, Familienplanung und Grundbildung initiiert. In seiner Zeit als Minister und Zweiter Adjutant des Königs von Bamendjinda trug er – mit dem Segen der Könige – eine Sammlung höfischer Kunst- und Kultgegenstände zusammen, die jetzt als Bestandteil des Museum Humanum zu bewundern sind.

Alicia Bianca Chisom Okwuora, in Österreich lebende Grafikerin und Malerin aus Nigeria, präsentierte am Beispiel der Bamun-Schrift und der Bamun-Kunst die Beziehungen zwischen Literatur und Kunst und las aus „The Palm-Wine Drinkard“ (Der Palmweintrinker) des nigerianischen Autors Amos Tutuola, einem der wichtigsten Texte der afrikanischen zeitgenössischen Literatur, und aus „The Lake Goddess“ (Die Göttin des Sees) der Autorin Flora Nwapa aus Nigeria. Beide Texte hat Alicia Okwuora selbst ins Deutsche übersetzt. 

Mame Yoro Diallo, Student an der Karlsuniversität in Prag, widmete seinen Vortrag dem Thema „Spiegelung der Maskenkunst in der westafrikanischen Literatur“ mit besonderem Bezug zum Senegal, aus dem er selber stammt.

Der aus Burkina Faso stammende, das Lauteninstrument N’Goni spielende Sänger Adama Dicko sorgte gemeinsam mit dem Kalebasse-Drummer Kiswend-sida Mikhaïlou („Mike“) Dera für den musikalischen Rahmen. Das Duo präsentierte hinreißende Musik mit energiegeladenem Sound zwischen Jazz, Raggae und Sahel-Blues aus Westafrika. Adama Dicko ist nicht nur Musiker, er baut auch seine Instrumente selber und komponiert. Mike Dera leitet die EZA (EntwicklungsZusammenArbeit) der Österreichischen JungArbeiterBewegung ÖJAB, deren Fokus auf Förderung des Wachstums als Grundstein für wirksame Armutsbekämpfung gerichtet ist.

Als Gäste begrüßt wurden auch John Douglas Marshall, Vizepräsident des Vereins Weltmuseum Wien Friends, und Salif Nikiema, Vorstand des Vereins „Stimmen für Afrika“, der sich für Bildung, Soziales und Gesundheit in Westafrika einsetzt.

Text: Monika Freisel, Fotos: © hannes reisinger

4. Veranstaltung - 16. August 2024

 30 JAHRE KULTURBRÜCKE 

Erfahrungen aus einer Pionierzeit

Seit nunmehr 30 Jahren knüpft die Kulturbrücke Fratres Verbindungen zwischen kulturschaffenden und kunstliebenden Menschen großteils aus Tschechien, Deutschland und Österreich, aber auch aus anderen Ländern.

Viele bekannte Persönlichkeiten aus der bildenden, angewandten, darstellenden Kunst, aus Musik, Literatur und Film, aus Religion, Politik, Wissenschaft und Forschung traten in diesen drei Jahrzehnten in den Räumlichkeiten des in der Renaissance erbauten Gutshofs auf, wie der Maler Max Weiler, der Installationskünstler Abbé Libansky, die Schauspielerin Anne Bennent, der Musiker Roland Neuwirth, der Schriftsteller und Performancekünstler Gerhard Rühm, der Regisseur und Oscar-Preisträger Michael Haneke, Kardinal Franz König, der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg, der Chemiker Carl Djerassi oder die Mikrobiologin und Forscherin Reneé Schröder.

Zum Auftritt beim Festakt zum 30-Jahr-Jubiläum am vergangenen Samstag hatten die Kulturbrücke-Kuratoren Jana Zoglauer-Vinšová und Reinhard Linke die beiden Ausnahmekünstler Erika Pluhar, Schauspielerin, Sängerin und Autorin aus Wien, und Vladimír Merta, Sänger, Songwriter, Autor, Fotograf, Architekt und Filmregisseur aus Prag, eingeladen.

Erika Pluhar drückte im Gespräch mit Reinhard Linke ihre Freude über die unverletzte Landschaft, die Hügel und die Weite des Waldviertels aus: „Die Landschaft hat mich bezaubert.“ Sie erzählte von ihrer Jugend, ihrer Tätigkeit am Burgtheater, wie überraschend sie den Fall der Berliner Mauer erlebte. Nach ihrer Zeit als Schauspielerin bereitet Erika Pluhar das Musizieren immer noch große Freude. Zudem ist sie Autorin und hat zahlreiche Bücher verfasst. In Fratres las sie aus ihrem jüngsten Band „Spät aber doch“, in dem sie die Liebesgeschichte zweier alt gewordener Menschen erzählt.

Nach der Pause berichtete Reinhard Linke über die Anfänge und Entwicklung der Kulturbrücke, wie deren Gründer Peter Coreth in den 1990er-Jahren aus dem halb verfallenen Gutshof eine Stätte für anspruchsvolle Kulturveranstaltungen und ein Museum für seine über Jahrzehnte hinweg gesammelten Kunstobjekte schuf. Jana Zoglauer-Vinšová und Peter Coreth baten die aktuellen wie auch die ehemaligen Mitglieder des Vereins Kulturbrücke Fratres auf die Bühne, um Dank und Anerkennung für deren wertvolle ehrenamtliche Tätigkeiten auszusprechen, die die Kulturbrücke seit 30 Jahren lebendig halten. Anschließend präsentierte der Fotokünstler Hubert Endl in einer mit Minimal Music von Philipp Glass unterlegten Fotostrecke erst Bilder von der Renovierung des mit beeindruckenden Deckengewölben und Arkaden ausgestatteten Gutshofs und dann Fotos und Kurzvideos von exzeptionellen Höhepunkten der in drei Jahrzehnten dargebotenen Veranstaltungen.

Der 1946 in Prag geborene, vielseitige Künstler Vladimír Merta verbindet in seinen Musikdarbietungen Blues-, Folk- und Jazz-Elemente zu einem charakteristischen Sound, seine poetischen und philosophischen Liedtexte spiegeln soziale und politische Zustände wider. In einem fabelhaften Konzert mit Gesang, Gitarre und Mundharmonika begeisterte er die Besucher bis zum späten Ausklang der Jubiläumsfeier.

Text: Monika Freisel, Fotos: © hannes reisinger

5. Veranstaltung - 6. September 2024

 KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

Fluch oder Segen für die Menschheit?

Die Künstliche Intelligenz (KI) kommt bereits in vielen Lebensbereichen zum Einsatz, in der Medizin, in Unternehmen, Banken oder Übersetzungsprogrammen. Zumeist merken wir gar nicht, dass wir Kontakt zu einer KI haben. Das Thema der Kulturbücke-Veranstaltung am vergangenen Samstag war der digitalen Zukunft mit KI gewidmet und beschäftigte sich mit den Fragen, ob KI Fluch oder Segen für die Menschheit bringt und was Wissenschaft und Kultur zu dem Diskurs beitragen können. „Ist die Künstliche Intelligenz die Büchse der Pandora?“, fragte Kuratorin Monika Ziegler in ihrer Begrüßungsrede.

 Im Veranstaltungssaal des Gutshofs waren KI-generierte Werke von Ana Vollwesen ausgestellt. Die multidisziplinäre Wiener Künstlerin schrieb der KI vor, was sie zu tun hat, und verfeinerte das Ergebnis wiederholte Male. Die skurilen Bilder von Nonnen in aberwitzigen Situationen, umgeben von Haien, auf einem Skateboard oder in einem rosa Schwimmreifen, ließen dem Betrachter Spielraum für individuelle Interpretationen. Ist es Kunst? - Diese Frage stellte sich so mancher Besucher.

 Jaromir Konecny, Professor für Künstliche Intelligenz an der Fernhochschule SRH, Schriftsteller und Poetry-Slammer, zeigte in seinem Vortrag auf humorvoll-ironische Weise in vielen Beispielen auf, wo die Grenzen der Künstlichen Intelligenz sind, was wir Menschen besser können und was KI besser kann. Konecny erzählte von einem seiner Auftritte in einem Poetry-Slam-Bewerb, in denen KI immer strengstens verboten ist. Dennoch hat er einen KI-generierten Text vorgetragen und wurde dafür wie ein Rockstar gefeiert. Er erklärte das damit, dass es seine Performance war, die das Publikum begeisterte, nicht der Text, denn der sei „ein Haufen Scheiße“ gewesen. Auf Grundlage des Zitats von Albert Einstein „Gott würfelt nicht“ erhielt KI den Auftrag, ein Werk zu generieren, das zeigt, wie Einstein Gott beim Würfeln zusieht. Das Ergebnis war ein Bild, das den Physiker vor einem Würfel sitzend darstellt, der auf allen Seiten mit sechs Punkten versehen war. Dass KI nicht denken kann, nicht interpretieren und nur sehr geringe Fähigkeiten für Überraschungen hat, belegte Konecny ebenfalls in mehreren Szenarien.

Kann ChatGPT Film? Andreas Wolkenstein, Philosoph und Medizinethiker an der Ludwig-Maximilians-Universität München, zeigte den Dokumentationsfilm „Rosa Luxemburg – Ein Leben für die Revolution“ aus der ZDF-Reihe „Deepfake Diaries“. In dieser Fernsehserie werden mit Hilfe von KI-Technologie bedeutende Menschen aus der Vergangenheit ins Heute geholt und erzählen, basierend auf historischen Quellen, aus ihrem eigenen Leben. Die Gesichtszüge der Darstellerin der Rosa Luxemburg wurden durch KI geändert und dem der Revolutionärin und Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung angepasst.

Für die darauffolgende Diskussion bat Andreas Wolkenstein den Philosophen und Soziologen Sebastian Schleidgen auf das Podium. Im Mittelpunkt des Diskurses stand die Frage, wie wir menschliche Intelligenz nutzen können, um das Beste aus KI herauszuholen. Die beiden KI-Experten debattierten nicht über den strengen Gegensatz von Mensch und Maschine, sondern über das Potential einer gelungenen Mensch-Maschine-Interaktion. ChatGPT birgt besondere Herausforderungen: die vielen technischen und sozialen Wechselwirkungen, die entstehen, wenn KI-generierte Texte in neue Produkte einfließen, und dass unsere Wahrnehmung dessen, was real ist und was nicht, durch KI grundlegend geändert wird. ChatGPT basiert auf sogenannten Large Language Models (LLM), das sind Sprachmodelle, die auf Billionen von Datenmengen trainiert wurden und dadurch die natürliche Sprache und deren Inhalte verstehen, generieren und eine Fülle von Aufgaben erfüllen können.

Das Streitgespräch in Fratres wurde aufgenommen und ist nun auf Social Media wie YouTube, Instagram, Facebook, Bluesky oder LinkedIn und überall dort, wo es Podcasts gibt, zu sehen.

Trombitas ist das litauische Wort für Trompete, die Singer/Songwriterin Tamara Trombitas spielt jedoch Gitarre, ist in Österreich geboren und war einige Jahre lang in Markl bei Windigsteig zu Hause. In Fratres präsentierte sie Lieder mit Anklängen an Rap und Soul, in deutscher, englischer, auch französischer Sprache, selbstgeschriebene Songs und solche von Janis Joplin, Queen, Gloria Gaynor und Reinhard Mey. Ihre Stimme und ihr Gitarrenspiel bedürfen keiner Künstlichen Intelligenz. „Sie spielt Musik, von Hand gemacht, und holt uns auf den Boden der Realität zurück“, wie Kuratorin Monika Ziegler treffend vermerkte.

Am Schluss war das Publikum aufgefordert, Fragen zu stellen und Kommentare einzubringen. Auf die Frage, wie man Fake News verhindern könne, antwortete Jaromir Konecny, dass es Fehlinformationenn auch schon vor der KI gegeben habe. Wir müssten unsere Sinne schärfen gegen diesen „Mist“ und alles sehr kritisch betrachten. Eine Besucherin meinte, dass die in Fratres gezeigten KI-generierten Bilder aus ihrer Sicht keine Kunst seien. Kunst sei etwas, das sie innerlich bewege, an diesen Bildern berühre sie jedoch gar nichts. Die KI sei ein Sabotageakt an einem wesentlichen Teil der Kunst, nämlich der Kummunikation und der Liebe, war ein Einwand eines anderen Gastes. Sebastian Schleidgen erwiderte, dass Kunst ein Medium sei, auf der einen Seite stünden die Kunst oder die KI, auf der andern die Rezipienten, dazwischen das Kunstwerk. das Bild, die Musik. Andreas Wolkenstein ergänzte, dass KI nicht ganz ohne Kommunikation sie, sie wurde ja auf Sprachwissen trainiert. Und Jaromir Konecny meinte, dass für ihn KI eine neue Kunstsparte sei. Auch die Fotografie sei anfangs verteufelt worden, bis man festgestellt hat, dass dies eine neue Kunstform sein kann. KI kenne allerdings keine Perplexität, also keine Überraschung oder Erstaunen.

Text: Monika Freisel, Fotos: © hannes reisinger

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