Die „Charta 77“ - „Nachtasyl“: Keimzelle des Widerstands
Die Initiative der Charta 77 entstand 1977 als Reaktion auf die Unterdrückung der Menschenrechte in der Tschechoslowakei. Sie forderte die Einhaltung der Bürger- und Menschenrechte, die in internationalen Abkommen wie der KSZE-Schlussakte von Helsinki garantiert waren. Hauptverfasser der Erklärung und erste Sprecher der Bewegung waren der Dramatiker Václav Havel, der Philosoph Jan Patočka und der ehemalige Außenminister Jiří Hájek.
VORTRAG UND MODERATION
Ivana Chmel Denčevová, Radiomoderatorin, Redakteurin, Publizistin, befasst sich mit Projekten aus der modernen Geschichte. Seit November 2023 ist sie Mitglied des Rates des Tschechischen Fernsehens.
Abbé Libánský, Fotograf, bildender Künstler, Unterzeichner der Charta 77, dokumentierte die Underground-Szene fotografisch. 1982 Abschiebung nach Österreich. Jiří Chmel gehörte in den 1970er-Jahren zur Underground-Szene. 1982 nach politischer Verfolgung und 18 Monaten Gefängnis im Zuge der Asanace Ausweisung nach Öster-reich. 1987 Gründung des Clubs Nachtasyl in Wien, der zum Treffpunkt der tschechischen Kulturszene in Wien wurde.
ASANACE
Die „Asanace" war eine geheime Aktion des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei, die darauf abzielte, unliebsame Dissidenten und Kritiker, die die Charta 77 unterschrieben hatten, unter Druck zu setzen und zur Emigration zu zwingen.
FILM: „DIE HEIMAT DER HEIMATLOSEN“
Ein Film über den Club „Nachtasyl“. Regie und Drehbuch: Josef Haslinger, Schriftsteller und Universitätsprofessor. Unter anderem schrieb er die Romane „Opernball“, „Das Vaterspiel“ und „Jachymov“.
AUSSTELLUNG: DAVID BARTOŇ
In seinem Gemäldezyklus „Helden der sozialistischen Arbeit“ zeigt der Künstler David Bartoň kommunistische Funktionäre als geistlose Verbrecherfiguren.
FOLK MUSIC & PROTESTSONGS
Jaroslav Hutka, Folk-Musiker, Komponist und Liedermacher, Autor der berühmten Protestsongs „Havlíčku“, „Havle“ und „Náměšť “. Er war ein bedeutender Vertreter der Dissidentenbewegung und lebte nach der Asanace elf Jahre lang im unfreiwilligen Exil.
Kuratorin: Jana Zoglauer Vinšová
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