2. Veranstaltung - 19. Juli 2025

 100 JAHRE JAZZ IN ÖSTERREICH – von New Orleans nach Fratres

Die Entwicklung des Jazz von seiner Entstehung in den USA bis zu seiner Rezeption im Waldviertel stand im Mittelpunkt der Kulturbrücke-Veranstaltung. Den ebenso informativen wie musikalisch faszinierenden Jazz-Tag hatten Elisabeth Krisch-Kranich und der Obmann des JazzClubs Drosendorf, Hannes Fröhlich, als Kuratoren organisiert und arrangiert. Fröhlich war auch Moderator der Veranstaltung und stellte zudem die Bilder aus dem „Grenzlandzyklus“ des in Wien und Fratres lebenden Malers Ulrich Auinger vor, die bis Anfang September im Veranstaltungssaal ausgestellt sind.

Die Wurzeln des Musikgenres liegen in Afrika. Entstanden ist der Jazz um 1900 in New Orleans, einem Schmelztiegel aus afroamerikanischen Nachkommen von Sklaven und nach Amerika ausgewanderten Europäern. Die 1920er-Jahre waren das „Jazz Age“, die Big Bands um Glenn Miller, Benny Goodman und Count Basie erlangten auch in Österreich Kultstatus. Louis Armstrong und Duke Ellington gelten bis heute als die größten Musiker des Jazz. Von den Nazis, deren Einfluss zunahm, wurde der Jazz strikt abgelehnt. Während des Zweiten Weltkriegs war Jazz verpönt und als „entartet“ bezeichnet. Doch nach 1945 erlangte der Jazz kulturelle Geltung und wurde zum wichtigen Element der Musikszene in Österreich.

Die Musiker Thomas Kugi (Saxophon, Klarinette), Karl Sayer (Kontrabass), Thomas Kramer (Gitarre) und Bertl Mayer (Mundharmonika) untermalten die interessanten Schilderungen mit ausgewählten Stücken aus dem Jazzgenre. Die vier Vollblut-Jazzinterpreten hatten sich speziell für das heuer zu feiernde 30-Jahr-Jubiläum der Kulturbrücke Fratres zu einem „Jubiläums-Quartett“ vereint und spielten in dieser Formation erstmals gemeinsam. Während des Konzerts beschlossen sie spontan, sich – zumindest für diesen speziellen Tag – „The Four Fratres“ zu nennen.

Jazz in all seinen Variationen, wurde von „The Four Fratres“ durch beispielhafte Stücke musikalisch demonstriert, darunter „The Sheik of Araby“ (1921) von Ted Snyder, „Basin Street Blues“ (1928) von Spencer Williams, „Willow, Weep For Me“ im Swingrhythmus (1932) von Ann Ronell, „It Ain't Necessarily So" (1935) von George Gershwin oder „The Cape Verdean Blues“ (1966) von Horace Silver.

Nach frenetischem Applaus für die grandiosen Darbietungen präsentierten die vier Musiker als Zugabe noch den Swing-Klassiker „Take The A-Train“ von Duke Ellington. Die Begeisterung des Publikums ließ die Hoffnung aufkeimen, dass sich das fabelhafte Quartett nicht nur für einen Tag formiert hat, sondern künftig noch viele Male gemeinsam musiziert.

Text: Monika Freisel, Fotos: © hannes reisinger

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