4. Veranstaltung - 16. August 2025

 30 JAHRE KULTURBRÜCKE 

Erfahrungen aus einer Pionierzeit

Seit nunmehr 30 Jahren knüpft die Kulturbrücke Fratres Verbindungen zwischen kulturschaffenden und kunstliebenden Menschen großteils aus Tschechien, Deutschland und Österreich, aber auch aus anderen Ländern.

Viele bekannte Persönlichkeiten aus der bildenden, angewandten, darstellenden Kunst, aus Musik, Literatur und Film, aus Religion, Politik, Wissenschaft und Forschung traten in diesen drei Jahrzehnten in den Räumlichkeiten des in der Renaissance erbauten Gutshofs auf, wie der Maler Max Weiler, der Installationskünstler Abbé Libansky, die Schauspielerin Anne Bennent, der Musiker Roland Neuwirth, der Schriftsteller und Performancekünstler Gerhard Rühm, der Regisseur und Oscar-Preisträger Michael Haneke, Kardinal Franz König, der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg, der Chemiker Carl Djerassi oder die Mikrobiologin und Forscherin Reneé Schröder.

Zum Auftritt beim Festakt zum 30-Jahr-Jubiläum am vergangenen Samstag hatten die Kulturbrücke-Kuratoren Jana Zoglauer-Vinšová und Reinhard Linke die beiden Ausnahmekünstler Erika Pluhar, Schauspielerin, Sängerin und Autorin aus Wien, und Vladimír Merta, Sänger, Songwriter, Autor, Fotograf, Architekt und Filmregisseur aus Prag, eingeladen.

Erika Pluhar drückte im Gespräch mit Reinhard Linke ihre Freude über die unverletzte Landschaft, die Hügel und die Weite des Waldviertels aus: „Die Landschaft hat mich bezaubert.“ Sie erzählte von ihrer Jugend, ihrer Tätigkeit am Burgtheater, wie überraschend sie den Fall der Berliner Mauer erlebte. Nach ihrer Zeit als Schauspielerin bereitet Erika Pluhar das Musizieren immer noch große Freude. Zudem ist sie Autorin und hat zahlreiche Bücher verfasst. In Fratres las sie aus ihrem jüngsten Band „Spät aber doch“, in dem sie die Liebesgeschichte zweier alt gewordener Menschen erzählt.

Nach der Pause berichtete Reinhard Linke über die Anfänge und Entwicklung der Kulturbrücke, wie deren Gründer Peter Coreth in den 1990er-Jahren aus dem halb verfallenen Gutshof eine Stätte für anspruchsvolle Kulturveranstaltungen und ein Museum für seine über Jahrzehnte hinweg gesammelten Kunstobjekte schuf. Jana Zoglauer-Vinšová und Peter Coreth baten die aktuellen wie auch die ehemaligen Mitglieder des Vereins Kulturbrücke Fratres auf die Bühne, um Dank und Anerkennung für deren wertvolle ehrenamtliche Tätigkeiten auszusprechen, die die Kulturbrücke seit 30 Jahren lebendig halten. Anschließend präsentierte der Fotokünstler Hubert Endl in einer mit Minimal Music von Philipp Glass unterlegten Fotostrecke erst Bilder von der Renovierung des mit beeindruckenden Deckengewölben und Arkaden ausgestatteten Gutshofs und dann Fotos und Kurzvideos von exzeptionellen Höhepunkten der in drei Jahrzehnten dargebotenen Veranstaltungen.

Der 1946 in Prag geborene, vielseitige Künstler Vladimír Merta verbindet in seinen Musikdarbietungen Blues-, Folk- und Jazz-Elemente zu einem charakteristischen Sound, seine poetischen und philosophischen Liedtexte spiegeln soziale und politische Zustände wider. In einem fabelhaften Konzert mit Gesang, Gitarre und Mundharmonika begeisterte er die Besucher bis zum späten Ausklang der Jubiläumsfeier.

Text: Monika Freisel, Fotos: © hannes reisinger

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